SUPER arbeitet seit 2015 an der Aktivierung von Leerstand als kulturellem Handlungsraum in Salzburg. Die Initiative reagiert damit nicht auf Einzelfälle, sondern auf einen über Jahre sichtbaren Bedarf an Räumen für Produktion, Probe, Präsentation, Arbeit und Zusammenarbeit.
seit 2015 kulturelle Zwischennutzung in Salzburg
54 Anfragen 2018 · 75 Anfragen 2019 · ca. 115 Raumanfragen 2021 · 101 Anfragen 2022 · 168 Anfragen 2023 · 123 Anfragen 2024 · 139 Anfragen 2025
48 Räume im Personalhaus
mehr als 2.000 m² Kerzenmacherei
mehr als 200 aktive Leerstandseinträge in Salzburg (2024)
Vielfalt der Raumtypen
Die Relevanz von SUPER liegt nicht nur in der Zahl der Anfragen, sondern in der Breite der gesuchten Räume. Gefragt sind Ateliers und Studios ebenso wie Proberäume, Präsentationsflächen, Veranstaltungsorte, Werkstätten, Co-Working-Strukturen sowie Räume für Film, Tanz, Theater und andere Formen kultureller Produktion. Genau diese Bandbreite ist selten — und zeigt, dass SUPER eine Lücke bearbeitet, die durch standardisierte Raumangebote kaum abgedeckt wird. Die Berichte der letzten Jahre dokumentieren diese Breite kontinuierlich: von Ateliers, Studios und Proberäumen bis zu Film-/Fotoproduktion, Veranstaltungen, Lager, Sport, Werkstätten, Vereinsräumen und weiteren Mischformen kultureller Nutzung.
Schnittstelle in der Stadt
SUPER ist nicht nur Vermittlerin zwischen Raumsuchenden und Leerstand, sondern eine Schnittstelle zwischen Kulturtätigen, Eigentümer*innen, Stadt und städtischer Entwicklung. Die
Arbeit bewegt sich an der Schwelle zwischen konkreter Raumfrage und größerem Zusammenhang: wie Räume in der Stadt offengehalten, aktiviert und für kulturelle Praxis nutzbar gemacht werden können.
Gerade darin liegt die besondere Funktion von SUPER innerhalb der Salzburger Kulturlandschaft.
Unterschiedliche räumliche Konstellationen
Wie unterschiedlich diese Arbeit aussehen kann, zeigen Orte wie das Personalhaus und die Kerzenmacherei. Das Personalhaus steht für längerfristige Produktionsinfrastruktur mit 48 Räumen und einer über Jahre gewachsenen Besiedelung; dokumentiert sind dort 50 Zwischennutzende im Jahr 2024 und 57 im Jahr 2025. Die Kerzenmacherei zeigt eine andere Qualität: einen großmaßstäblichen, offenen Ort mit mehr als 2.000 Quadratmetern, an dem sehr unterschiedliche Nutzungen nebeneinander möglich werden — von Aufführung und Präsentation bis zu Studio, Büro und Überraum. Zusammen machen solche Orte sichtbar, dass SUPER nicht ein einzelnes Format bedient, sondern sehr unterschiedliche räumliche Konstellationen für kulturelle Arbeit ermöglicht.
Leerstand sichtbar machen
Neben konkreten Raumübernahmen arbeitet SUPER auch an der Sichtbarkeit und Lesbarkeit von Leerstand. Dazu gehören Recherche, Gespräche mit Eigentümer*innen, der Leerstandsmelder, Leitfäden, Rundgänge und öffentliche Formate. SUPER macht Leerstand damit nicht nur nutzbar, sondern auch als kulturelle, soziale und städtische Frage sichtbar. Diese Arbeit ist auch quantitativ nachvollziehbar: 2018 wurden rund 140 Einträge überprüft, 2021 waren durchschnittlich rund 150 Einträge aktiv, seit 2023 sind in Salzburg mehr als 200 aktive Einträge dokumentiert; seit 2022 ist der Melder außerdem auch auf Hallein erweitert.
Kulturelle Infrastruktur auf Zeit
SUPER schafft damit nicht nur temporäre Nutzung, sondern kulturelle Infrastruktur auf Zeit: Räume werden geöffnet, Akteur*innen verbunden, neue Arbeitsmöglichkeiten geschaffen und urbane Leerstellen in Handlungsspielräume übersetzt.
Die langfristige Relevanz der Initiative liegt deshalb nicht in einzelnen Objekten allein, sondern in der Fähigkeit, immer wieder neue räumliche Konstellationen für Kultur und Wissen zu ermöglichen.
