PROFIL & HALTUNG

SUPER arbeitet seit 2015 an der kulturellen Aktivierung von Leerstand in Salzburg. Die Initiative versteht Zwischennutzung nicht als bloße Überbrückung, sondern als eine Weise, Räume auf Zeit für Arbeit, Öffentlichkeit und kulturelle Produktion zu öffnen.

Leerstand ist für SUPER kein neutraler Zustand. Er markiert einen Moment, in dem Orte stillfallen, Übergänge sichtbar werden und neue Nutzungen denkbar werden. Genau an diesem Punkt setzt die Initiative an: Sie sucht nicht nach standardisierten Lösungen, sondern nach Formen, in denen ein Raum in seiner jeweiligen Situation wieder handlungsfähig werden kann.
SUPER bewegt sich dabei zwischen sehr unterschiedlichen Feldern: zwischen Eigentümer*innen und Kulturtätigen, zwischen Stadt und Alltag, zwischen räumlicher Unterbrechung und neuer Nutzung. Die Initiative arbeitet an dieser Schwelle nicht nur vermittelnd, sondern auch strukturierend. Sie schafft Bedingungen, unter denen aus vorübergehender Verfügbarkeit konkrete kulturelle Praxis werden kann.


Das Profil von SUPER liegt deshalb nicht in einem einzelnen Raumtyp und auch nicht in einem einzigen Format. Die Arbeit reicht von Ateliers, Studios und Proberäumen bis zu Präsentationsflächen, Werkstätten, Veranstaltungsorten und größeren Produktionszusammenhängen.

 

Gerade diese Offenheit ist wesentlich: SUPER antwortet auf die Tatsache, dass kulturelle Arbeit in einer Stadt sehr unterschiedliche räumliche Bedingungen braucht — und dass genau diese Bedingungen oft nicht selbstverständlich verfügbar sind.

Zwischennutzung bedeutet in diesem Sinn nicht nur, Leerstand zu bespielen. Sie bedeutet, Räume lesbar zu machen, Übergänge zu begleiten und urbane Leerstellen in Handlungsspielräume zu übersetzen.

SUPER arbeitet damit an einer kulturellen Infrastruktur auf Zeit: provisorisch, situationsbezogen und zugleich mit einer klaren Vorstellung davon, dass Räume mehr sein können als bloße Restflächen zwischen zwei Verwertungsphasen.


In Salzburg hat SUPER damit eine eigene Rolle entwickelt: als Schnittstelle zwischen Raum und Nutzung, als Ansprechpartnerin für Eigentümer*innen und Kulturtätige und als Initiative, die Leerstand nicht nur pragmatisch, sondern auch als kulturelle und städtische Frage begreift.