04.06.2016 IMPULS LEERSTAND ARCHITEKTURTAGE 2016 11:30 - 13:00

Riedenburgkaserne, Backsteingebäude, Sinnhubstraße 3, 5020 SalzburG

Umbaute Räume sind zeitliche und körperhafte Konstrukte und damit vergänglich. Stehen sie leer, bleiben ihre Potenziale ungenutzt. Wie können wir solche Räume temporär nutzen und der Gesellschaft als Ressource zugänglich machen? Wollen wir Wohn- und Arbeitsräume oder Freiräume für Kunst und Kultur und gestalten oder läge nicht in ihrer Koexistenz die Möglichkeit der Ablöse von Entscheidung nach dem „Entweder-oder-Prinzip?

Referent_inn_en:
Elisabeth Schmirl, Künstlerin und Gründungsmitglied von periscope
Bernhard Kopf, Geschäftsführer der gswb
Margot Deerenberg, Architektin Amsterdam
disposed – Verein für interdisziplinäre, kulturelle Vernetzung und Leerstandsnutzung
Udo Heinrich, Architekt

Elisabeth Schmirl, Künstlerin, Gründungsmitglied von periscope

 

Bernhard Kopf, Technischer Geschäftsführer GSWB
Seit 2010 ist Bernhard Kopf Geschäftsführer der GSWB und steht somit der größten gemeinnützige Bauvereinigung Salzburgs vor. Sie wurde 1939 gegründet und ist je zur Hälfte im Besitz von Stadt und Land Salzburg. Die aufgelassene Riedenburgkaserne gehört seit 2012 der GSWB, geplant ist für das Areal eine moderne Wohnsiedlung.

 

Margot Deerenberg, Architektin & Stadtsoziologin, Mitbegründerin von Paradocks
Sie arbeitete an unterschiedlichen Projekten in Amsterdam, Istanbul, Shanghai, Skopje und Tiran, bei denen der Fokus auf Partizipation, Storytelling und informelle Stadtentwicklung lag. 2014 gründete sie Paradocks | bridging Potential, eine Zwischennutzungsagentur, die sich mit ungenutzte Ressourcen, co-creation, lokale communities, dem neue Arbeiten und der zirkuläre Ökonomie beschäftigt. Momentan organisiert Paradocks dasPackhaus, mit 4500m2 das größte Zwischennutzungsprojekt Wiens.

 

Disposed – Verein für interdisziplinäre, kulturelle Vernetzung und Leerstandsnutzung
disposed hat es sich zur Aufgabe gemacht, Orte zu etablieren, die Frei-Räume für Ideen sind.
Das seit 2011 leer stehende Kantinenhaus auf dem Gelände der alten Rauchmühle dient dabei als Knotenpunkt für interdisziplinäre, kreative Begegnungen in Salzburg und bietet durch Zwischennutzung den Vereinsmitgliedern von disposed ein Quartier – ein Quartier zum Arbeiten, Ausstellen und Veranstalten.

 

Udo Heinrich, Architekt
Leer stehende Wohnungen, Büros und Gewerbeflächen gibt es en masse. Auch ungenutztes Bauland ist so etwas wie Leerstand. Negativ ist dieser Umstand a priori nicht. Problematisch wird es erst mit der gültigen Eigentumsdefinition. Alle bisherigen Versuche Leerstände nutzbar zu machen funktionieren höchsten punktuell, generell stehen wir diesem Problem machtlos gegenüber. Ein generelles Scheitern muss festgestellt werden.
Die Frage ist daher, ob man mit vielen kleinen Ansätzen und Maßnahmen einen als grundsätzlich erkannten Missstand beheben kann?